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Gastfamilie sein - eine spannende Aufgabe...


Gastfamilien haben nicht unbedingt eine leichte Aufgabe vor sich. Es fängt an bei den Verständigungsproblemen. Wahrscheinlich wird kein Elternteil in der Schule Dari oder Pashtu als zweite oder dritte Fremdsprache gelernt haben und auch die afghanischen Kinder können in den seltensten Fällen Deutsch oder Englisch. Mit Händen und Füssen jedoch lässt es sich recht ordentlich kommunizieren und zur Not und bei offiziellen Terminen bei Krankenhausbesprechungen stehen natürlich Dolmetscher unseres Vereins zur Verfügung. In der Regel verstehen die Kinder jedoch bereits nach zwei bis drei Wochen grundlegende Dinge, was die täglichen Dinge des Lebens (Essen, Trinken, Schlafen) betreffen. Nach weiteren zwei bis drei Wochen können die Kinder meist die ersten deutschen Wörter und Sätze und dann geht alles ganz schnell. Die Erfahrung hat gezeigt, dass man sich bereits nach zwei bis drei Monaten über (fast) alles mit den Kindern unterhalten kann. Ferner erhält jede Gastfamilie von uns ein "Begleitheft für Gastfamilien", in dem ausführliche Hinweise und gute Tipps für die Zeit mit den afghanischen Kindern enthalten sind.

Gastfamilienheft

Eine weitere Schwierigkeit, die Gasteltern erleben können, ist die fehlende Vertrautheit der Kinder mit den für uns ganz normalen täglichen Dingen des Alltags. So kennen afghanische Kinder in der Regel keine Toilette, keinen Strom und kein fliessendes und dazu warmes Wasser. Spielzeuge wie Puzzles oder gar Computerspiele sind Dinge, die die Kinder noch nie gesehen haben. Aber auch mit diesen Problemen, die im übrigen oft sehr viel Freude bringen können, kommen Gastfamilien meistens schnell klar. Wenn den Kindern einmal gezeigt worden ist, wie eine Toilette funktioniert, werden die Kinder sehr viel Freude daran haben, diese neuen Möglichkeiten auch zu nutzen. Auch der Sinn von Müllentsorgung über andere Wege als dem Wegschmeissen vor die Haustür wird den Kindern schnell verständlich. So gibt es sehr viele Dinge, die die Kinder hier erst wahrnehmen müssen, bevor sie überhaupt einen Umgang mit diesen erlernen können.

Ein weitaus schwierigerer Teil für Gastfamilien ist der Umgang mit den Ängsten und Erlebnissen der Kinder. Wer von uns jüngeren Menschen kann sich wirklich vorstellen wie es ist, wenn das eigene Haus bombardiert worden ist, wenn dadurch womöglich nahe Familienangehörige ums Leben gekommen sind? Wer von uns hat vielleicht schon miterleben müssen wie es ist, wenn ein Spielkamerad durch eine Mine zerfetzt wird? Wer von uns hat schon einmal wirklich das Gefühl gehabt, zu verhungern oder zu verdursten? Wer von uns könnte mitreden, wenn es um körperliche Misshandlungen und um Quälereien geht? Wer von uns könnte behaupten, er hätte noch nie im Leben die Spur irgendeiner Hoffnung in jeglicher Hinsicht gehabt? Die Kinder Afghanistans sind Vieles gewöhnt und kennen solches nicht nur aus Fernsehberichten oder aus ermüdenden Zeitungsberichten. Die Kinder Afghanistans haben diese Dinge oft selbst hautnah erleben müssen. Diesen Kindern ein Gefühl von Wärme und Geborgenheit, von Gewolltsein und Anerkennung zu geben, das ist die wohl schwierigste Aufgabe der Gastfamilien. Ein Kind, das beim Geräusch oder einem Anblick eines hoch fliegenden Hubschraubers in panischer Angst hinter einem Baum in Deckung geht in die Arme zu schliessen und ihm zu erklären, dass diese todbringenden Maschinen auch für gute Zwecke eingesetzt werden können und es keine Angst davor haben muss, das sind die wirklich hilfreichen Dinge, die Gastfamilien ihrem Pflegekind vermitteln können.

Optimalerweise haben Gastfamilien auch eigene Kinder, denn Kinder unter sich - egal welcher Hautfarbe, Religion oder Geschlecht - haben bedeutend weniger zwischenmenschliche Probleme als wir Erwachsenen und sie verstehen sich meistens auch ohne Sprache. Oft sind es aber auch ältere Ehepaare, die genau geeignet für ein spezielles Kind sein können. So haben wir in der Vergangenheit oft Kinder mit schweren Herzfehlern bei älteren Ehepaaren unterbringen können, die dem Kind die nötige Ruhe das es braucht, geben konnten.


"Kinder brauchen uns" e. V. arbeitet sowohl mit staatlichen Stellen als auch mit der afghanischen Botschaft zusammen. Da die Kinder während ihres Aufenthaltes in Deutschland über das ganze Bundesgebiet verteilt sind, werden die örtlichen Jugendämter der jeweiligen Städte um Amtshilfe gebeten. Vertreter der örtlichen Jugendämter besuchen die Gastfamilie um zu sehen, ob die Kinder gut untergebracht sind und ob gegebenenfalls Unterstützung angeboten werden kann. Vor der Aufnahme eines Gastkindes ist die Vorlage eines polizeilichen Führungszeugnisses beim Verein erforderlich. Dieses kann im Bürgerbüro oder bei der Stadtverwaltung Ihrer Stadt beantragt werden.

Die Kosten für die Ausstellung eines polizeilichen Führungszeugnisses kann "Kinder brauchen uns" auf Wunsch erstatten. Außerdem wird vor der Aufnahme eines Gastkindes ein Gastfamilienvertrag zwischen der jeweiligen Familie und "Kinder brauchen uns" e. V. abgeschlossen, in dem alle Rechte und Pflichten sowohl der Familie, als auch des Vereins klar geregelt sind.

Sollten Sie die oben genannten Dinge nicht als Problem sehen, sondern als Herausforderung, dann sind Sie als Gastfamilien herzlich willkommen.

Die glücklichen Kinderaugen und die tiefe Dankbarkeit der Kinder werden Ihnen mehr zurückgeben als Sie wahrscheinlich jemals geben können. Die Erfahrung der vergangenen Jahre hat zudem gezeigt, dass auch Ihre Kinder die Welt nach diesen Erfahrungen mit anderen Augen sehen und Ihren Kindern gewisse Werte mehr bewusst werden.


Sprechen Sie uns an. Gerne stehen wir Ihnen zu einem persönlichen Gespräch zur Verfügung.