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Shikiba

Wir fanden Shikiba im November 2005 im Kinderkrankenhaus Kabul in einem schlimmen Zustand. Sie hatte einen schweren Verkehrsunfall, ein Auto war über Ihren Fuß gefahren. Das Gelenk war zertrümmert, die Haut aufgerissen. Im Wundgrund lagen die Knochen offen. Alles war entzündet, eine Sepsis drohte, es bestand Lebensgefahr. Die Amputation war bereits angesetzt. Das Team von KBU reagierte sofort, noch von Kabul aus wurden Mails mit den Fotos und abfotografierten Röntgenbildern an deutsche Kliniken geschickt, ein Krankenhaus im Ruhrgebiet sagte spontan zu Shikiba zu behandeln. Die Helfer in Deutschland bemühten sich eine Gastfamilie zu finden und erhielten bald das OK einer lieben Familie aus Mülheim. Dann ging alles ganz schnell, Anfang Dezember 2005 kam Shikiba mit anderen verletzten Kindern in ärztlicher Begleitung nach Deutschland. Sie hatte bei der Ankunft hohes Fieber und wurde direkt von einem Krankenwagen in die Klinik gebracht. Die Gastmutter war von Anfang an dabei und kümmerte sich rührend um das verängstigte afghanische Mädchen. Jetzt begann der lange Heilungsprozeß, der bald 15 Monate dauerte. Viele Krankenhausaufenthalte und Operationen folgten, eine schwere auch psychische Belastung für alle Beteiligten. Der Behandlungserfolg ließ alle Strapazen vergessen: Der Fuß konnte gerettet werden, Shikiba lernte wieder normal zu laufen ! Zwischendurch besuchte sie als Gastkind die Schule und lernte sehr gut Deutsch. Die Gastfamilie nahm sie wie ein eigenes Kind auf, es fehlte ihr an Nichts, vor allen Dingen nicht an seelischem Zuspruch in den Krisen, die es bei einer so langen Behandlung immer gibt.
Im März 2007 kehrte Shikiba nach Afghanistan zurück, rechtzeitig zum Schulanfang dort am 21. März. Sie zog in das "Steinhaus" ein und wurde in die Durani-Schule eingschult, wo Deutsch als Fremdsprache unterrichtet wird. Shikiba lebte sich schnell ein und wurde eine gute, fleißige Schülerin. Im Dezember 2007 kehrte sie zur Fortsetzung der Behandlung nach Deutschland zurück. Durch das Wachstum hatte sich die Situation an ihrem Bein so verändert, dass weitere Eingriffe nötig wurden. Mit der "3. Kinderluftbrücke" kehrte sie wieder nach Kabul zurück. Eventuell wird in Zukunft ein weiterer Behandlungsaufenthalt im Ruhrgebiet nötig sein.
Shikibas Familie lebt etwas außerhalb von Kabul. Zu ihren zahlreichen Geschwistern gehört auch eine Zwillingsschwester. Die Ferienzeit verbringt Shikiba stets, wie fast alle Steinhauskinder, daheim.
Bitte melden Sie sich, wenn Sie eine Patenschaft für das ausgeweckte, fleißige Mädchen übernehmen möchten.

 

Mit der Mutter und kleinem Geschwisterchen im Kinderkrankenhaus Kabul  Die schlimme Verletzung kann hier nicht geheilt werden, die Amputation droht  Ankunft in Deutschland mit hohem Fieber  Ein Teddy wirkt Wunder  Das Eis ist gebrochen, die Gastmutter akzeptiert  Gartenfest bei der Gastmutter  Shikiba mit deutschem "Geschwisterchen"  Die Behandlung macht Fortschritte  Der Fuß ist gerettet!  Der erste Schultag im Steinhaus Kabul  Mit Freundinnen in der Durani-Schule Kabul  Schule macht doch Spaß!  Shikiba im Steinhaus Mai 2010