Mohammad Ismael
Bei einem Besuch des staatlichen Kinderkrankenhauses in Kabul fand ein Team von KBU im Frühjahr 2007 rein zufällig den kleinen Ismael. Er hatte bei einer Explosion in der Autowerkstatt seines Vaters, wo er schon lange mitarbeitete, Verbrennungen 3. Grades erlitten. Die Wunden hatten sich entzündet und eiterten. Diesen Geruch werden wir nicht vergessen. Ismael befand sich in einem schlechten Allgemeinzustand. Er hatte sehr viel Gewicht und Flüssigkeit verloren. KBU entschloss sich, den Jungen schnellstmöglich auszufliegen. Die Art der Verletzungen und der Allgemeinzustand ließen eine Genesung vor Ort hoffnungslos erscheinen.
Eine Klinik im Ruhrgebiet hatte die Behandlung spontan zugesagt. Ostern 2007 kam Ismael im Rahmen eines Notfalleinsatz mit drei weiteren Kindern in Begleitung von zwei Ärzten und eines Betreuers nach Deutschland. Die Reise führte über Dubai, wo alle Beteiligten eine Nacht im dortigen Flughafenkrankenhaus zubrachten, wo uns freundlicherweise ein Zimmer und benötigtes medizinisches Material zur Verfügung gestellt wurden. Als Ismael nach der anstrengenden Reise endlich in der deutschen Klinik ankam, waren die ersten Untersuchungsergebnisse besorgniserregend. Auf den Wunden befanden sich zahlreiche multiresistente Keime (MRSA). Der Junge musste nahezu die gesamte Behandlungsdauer isoliert werden. Er wurde aber auf der Station sehr liebevoll gepflegt und erhielt auch viel Besuch. Die Behandlung verlief sehr gut: Die Wunden wurden von plastischen Chirurgen versorgt, intensive Krankengymnastik brachte Ismael auf die Beine und verhinderte Narbenkontrakturen. Regelmäßiger telefonischer Kontakt zur Familie in Afghanistan hielt das Heimweh in Grenzen.
Wie die meisten der Kinder aus Afghanistan war Ismael sehr lernbegierig und sprach schnell Deutsch. Wir erzählten ihm von der Möglichkeit in Kabul zur Schule zu gehen und im Steinhaus zu leben. "Ich möchte gerne, aber Papa entscheidet." war die Antwort. Ismael hatte Angst, dass die Familie nicht auf seine Arbeitskraft verzichten kann. Nach der gesunden Rückkehr war der Vater nach einem längeren Gespräch einverstanden und von der Möglichkeit begeistert, dass seinem Sohn eine bessere Zukunft eröffnet werden kann. Ismael ist sehr beliebt im Steinhaus und besonders fleißig. Leider hat er noch keine Paten. Dies mag damit zusammenhängen, dass er auf ärztlichen Rat keine Gastfamilie haben konnte und quasi immer in der Klinik war. Vielleicht möchten Sie Ismael helfen und eine Patenschaft übernehmen? Gerne können Sie dann auch direkt Kontakt mit dem Jungen haben und ihm auf dem weiteren Lebensweg begleiten.
Bitte melden Sie sich, wenn Sie eine Patenschaft für Ismael übernehmen möchten.
Früher vorgestellte Steinhaus-Kinder finden Sie in unserem Archiv.







